Dünne Luft
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Schöner fliegen
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All that jazz

[Frank Sinatra]

Heilige Scheisse, ist das ein Gepfriemel!
Vor einigen Tagen schon kam endlich der bestellte und langersehnte Tonabnehmer für meinen Thorensplattenspieler an. So ein Ding bekommt man mittlerweile ja nur noch sehr schwer. Ganz spezielle Läden, von denen in ganz Deutschland wahrscheinlich noch drei existieren, handeln noch mit Tonabnehmersystemen. Ansonsten wird man nur noch im Internet fündig. Meine Vorliebe für alte Scheiben, die ich wie meinen Augapfel behandle, hat diesmal große finanzielle Opfer gefordert aber hätte ich auch nur eine Platte mit dem alten Tonträger abgespielt, wären hinter der Nadel wahrscheinlich spiralförmige Vinylkringel entstanden.
Erst einmal auspacken, des kostbaren Gutes. Es wurde in einer samtenen Schmuckschatulle geliefert, in der ein Normalsterblicher beim Öffnen nur Eheringe oder mindestens Diamanten erwartet. Diamanten ist auch das, was drin ist: ein kleiner feiner MC mit Nadel. Das sagt jetzt nur den absoluten Experten was, die vermutlich jeden Abend mit tränenerfüllten Augen ihren Plattenspieler umarmen und ihm eine gute Nacht wünschen. So einer bin ich noch nicht, obgleich ich mich auf dem Weg dahin befinde. Das alte Teil ist schnell abgeschraubt und fällt auf den Spieler. Mit letzter Not kann ich die Schräubchen und Scheibchen retten, die herunterprasseln. Die brauche ich nämlich noch. Dann kommt der schwierigere Teil. Ich habe mich selbstverständlich auf die Montage vorbereitet, Literatur und Internetseiten gewälzt, um ja nichts falsch zu machen. Außerdem bin ich stolzer Besitzer einer Justiertabelle, was bereits einen Hifi-Profi in Erstaunen setzte. Doch bevor justiert werden kann, muss das Ding befestigt werden. Laut meiner Berechnungen dürfte eine 2mm Unterlegscheibe genügen. Ich lege sie zwischen Tonträger und –arm, stecke die Schrauben durch und will gerade die Muttern an deren unterem Ende befestigen, als mir die ganze Schose aus der Hand rutscht. Das Unterlegplättchen verschwindet auf Nimmerwiedersehen zwischen Plattenteller und Gerät. Macht nichts, schließlich habe ich noch einmal 1mm und einmal 3mm. Ich probiere es mit den 3mm, doch die Scheibe ist zu dick, als dass die Muttern noch greifen können und die 1mm Scheibe zu dünn für eine optimale Auflage. Man muss Prioritäten setzen, also nehme ich die 1mm Scheibe. Während ich das ganze Ding halte, gleichzeitig die Muttern ansetze und versuche zu schrauben, frage ich mich, was in diesem Falle ein Mann tun würde. Meine Finger sind relativ dünn, genau richtig zum Putzen in den Ecken oder um die letzte Olive aus einem Glas zu fischen. Wie schafft das ein Wurstfingerträger? Die Mutter fällt von meiner Fingerspitze – wohlgemerkt sprechen wir hier von Mikromillimetergrößen – und verschwindet unter dem Sofa. Macht nichts, ich habe noch zwei. Als ich die zweite anschrauben will, rutscht die von meinem Finger, springt zweimal am Boden auf und landet schließlich unter der Anlage. Ich hab´s genau gesehen, denn um sie notfalls wiederzufinden, habe ich sie im Fall genau beobachtet. Also alles wieder auf Anfang. Jetzt brauche ich eine gute Technik. Eine Wäscheklammer soll das System am Tonarm halten, während ich mit einer Pinzette die letzte Mutter anschraube. Doch die Schraubbewegung wird durch den Tonabnehmer eingeschränkt. Währenddessen ist die Mutter mindestens zehn Mal gefallen, wieder aufgesammelt und angesetzt worden. Langsam formen sich Schweißperlen auf meiner Stirn. Letzter Versuch wieder mit den bloßen Fingern und diesmal klappt es. Ich bin ein Bewegungsgenie. Die zweite Schraube ist schneller angebracht.
Nächster Schritt ist das Ausrichten des Tonträgers. Nichts leichter als das. Dauert keine fünf Minuten. Dann muss die Auflagekraft justiert werden. Hier spaltet sich der Profi vom Amateur, denn wird sie zu hoch justiert, nimmt das kostbare Vinyl Schaden, ist sie zu gering, rutscht die Nadel beim ersten Aufsetzen quer über die ganze Platte. Dazu muss ich eine Platte auflegen. Ich wähle eine alte Hans Söllner Scheibe und eine Kraft von 0,75, passe die Antiskatingkraft an und da erklingt sie, die holde Stimme von Bayerns Che Guevara.

Später folgen noch unzählige alte Jazzaufnahmen von Blue Note, Coltrane, Monk, Gordon und Mulligan, die in neuer Pracht erklingen. Erstanden habe ich die sehr günstig von einem Lebensgemeinschaftsauflöser. Trennungen haben auch ihr Gutes, obgleich eher für Dritte, als für die Betroffenen. Manches Mal auch für die Betroffenen.

Die Mühe hat sich gelohnt. Gerade jetzt scheint Miles Davis direkt hinter mir zu stehen. Oh Gott, ich hab überhaupt keinen Whiskey im Haus, was biete ich ihm nur an?
10.3.06 19:02


Postman

[Ziggy Marley]

Die Deutsche Post ist immer wieder für Überraschungen gut. Nachdem ich den Paketboten, sowie den Briefzusteller davon überzeugen konnte, dass sich da niemand einen schlechten Scherz erlaubt hat, indem er mich als Frau Klugscheisser tituliert und mir die Post ohne weitere Fragen zustellt, erhielt ich gestern eine Benachrichtigung über ein wartendes Päckchen. Bei der Abholung entstand folgende Situation:

FK: „Ich habe ein Päckchen bekommen, kann mich aber nicht als Frau Klugscheisser ausweisen, da das nicht mein richtiger Name ist, sondern nur ein Pseudonym.“
Beamter: „Ja dann kann ich ihnen das Packerl auch nicht geben.“
FK: „Aha.“
Beamter: „Ja, was machen wir denn da?“
FK: „Ich könnte ihnen beweisen, dass ich das bin, wenn ich ihnen mein Blog zeige und...“
B: „Na mia san ja ned am Netz.“
FK: „Dann könnte ich noch eine Vollmacht für mich selbst ausstellen, die mich berechtigt, es abzuholen.“
B: „Des is ja auch blöd.“
FK: „Ja.“
B: „Hams wenigstens an Personalausweis dabei, wo die Adresse draufsteht?“
FK: „Personalausweis schon aber nach dem letzten Umzug hat sich die Einwohnermeldeamtsuschi geweigert, da die gültige Adresse draufzupappen.“
B: „Warum des?”
FK: „Weil der abgeschnitten ist und damit ungültig.“
B: „Ja der ist ja auch abgelaufen.“
FK: „Ach.“
B: „Da kann ich nix für sie tun.“
FK: „Ich könnt die Kopie von der Ummeldung mitbringen.“

Und dann hat er es rausgerückt, das Packerl. Einfach so.
Herzlichen Dank an Frau Isabo für die goldigen Quitten zum Bloggeburtstag.
10.3.06 02:57


Derzeit nicht empfehlenswert:
Daunendecken mit ganzen Gänsen und
Massagezusatzfunktion mittels beigemengter Igel.

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Wenn man vor Antritt eines Fluges "Volare" summend
Koffer packt, zeugt das weniger von Motivation,
als vielmehr von Weltfremdheit.
25.2.06 17:07


Candle in the wind

[B. Taupin]

Hab ich doch glatt grad sowas wie Bleigie?en veranstaltet, obwohl Silvester schon paar Tage her ist. Wie das?
Nun, lieg so in der Wanne, auf einmal geht das Teelicht aus. Ich greif so ?bern Rand und da l?uft das Wachs ins Wasser.
Konnt nicht so genau feststellen, was es darstellen sollte. Im Zweifelsfall muss halt Freud herhalten. Der hat?s dieses Jahr auch nicht leicht. Steht immerhin in Konkurrenz mit Mozart und Heine. Schon bl?d, wenn man nach seinem Tod nicht mal gro? gefeiert wird, blo? weil so?n anderer Fuzzi auch was gemacht hat und damit ber?hmt geworden ist. Da ist er aber nicht alleine. Gestern zuf?llig gelesen, dass das "Candle in the wind" nicht f?r Lady Di, sondern urspr?nglich f?r die Monroe komponiert wurde. Ja, geb?s auch zu, war ?ne fette Wissensl?cke in meiner Allgemeinbildung. Und jetzt heulen so paar ewig Gestrige rum, dass die Monroe schon zu Lebzeiten immer verkannt worden w?re und dann noch im Tod um ihr Beerdigungslied betrogen. Sagen wir mal so: wenn ich die Monroe w?re, h?tt mich das auch ganz sch?n gefuchst, dass alle nur meinen K?rper wollen. Andererseits gibt?s auch Leute, die das f?r undankbar halten. Ich wette, die Schwarzer ist da ganz sch?n neidisch drauf. Und wenn man tot ist, kann einem doch eh alles wurscht sein, ganz egal, was einer glaubt. Ich meine, selbst wenn da 50 Jungfrauen warten oder die lieben Verstorbenen oder ein neues Leben, dann hat man doch garantiert andere Sorgen als an sein Verm?chtnis zu denken, nich? Wahrscheinlich sitzen die gemeinsam auf einer Wolke, der Wolferl, der Sigi und der Heini und lachen sich tot. Oder die haben sich schon derma?en genervt, dass sie sich nur noch langweilen. Sigi nervt Wolferl mit dessen Phallusfixierung, Wolferl nervt Heini, indem er ihn immer Spie?er ruft und Heini nervt Sigi mit dessen Fixierung auf Wolferl. Moment mal, dann ist es demnach doch nicht egal, was hier unten passiert, wenn die oben immer noch Schwanzvergleich betreiben. Ich glaub, ich konvertiere zu den Pastafarians.
22.2.06 15:26


Manchmal haben Frauen ein kleines bisschen Haue gern

[Die ?rzte] was f?r?n bl?der Titel!

Kann mir mal jemand auf die Finger klopfen, damit ich nicht st?ndig an bereits ver?ffentlichten Texten rumpfusche? Das ist ja nicht zum Aushalten!

Ausserdem stelle ich gerade fest, dass ich NICHT WITZIG bin! Oh mein Gott, ich bin ?berhaupt nicht witzig, ich bin langweilig, ?de und einfallslos. Und lesen kann ich ?berhaupt gar nicht, nein, das geht absolut nicht. Wie soll ich bittesch?n lesen, wenn ich dazu Glasbausteine auf der Nase tragen sollte, daf?r aber viel zu eitel bin? Kann mir mal jemand die Texte in Brailleschrift ausdrucken? Ich kann n?mlich viel besser f?hlen als sehen.

[aus der Abteilung: Zerst?rung des Selbstbewusstseins leicht gemacht. Wir h?ren eigene Aufnahmen]
16.2.06 18:30


Dick lyrics

[Guano Apes ]
Endlich gibt es die Rettung f?r m?nnliche Blogger. Nie mehr Blogstats kurz vor dem Sex schauen m?ssen, nie mehr verlegen sein, bei der Frage, ob A-oder B-Blogger. Endlich k?nnen logorrhoeische Hirnwichser auf Besucherzahlfetischisten mitleidig herabsehen, denn jetzt gibt es das Schwanzometer [gefunden bei bomec, der depressiven Stewardess].

Bastelanleitung:

1. Schritt: Vorbereitung
Erstmal an was Geiles denken oder machen.

2. Schritt: Laenge messen
Punkt A auf der Schwanzoberseite am Bauch anlegen und die Laenge S, M, L, XL oder XXL an der Eichelspitze ablesen.

3. Schritt: Umfang messen
Punkt B auf die dickste Stelle des Schwanzes legen. Den Flyer komplett um den Schwanz wickeln und durchs glory hole gucken. Welche Farbe siehst Du?

4. Schritt: Endgroesse ermitteln
Je nach Farbe (+1/-1 Feld) aendert sich deine Endgroesse (z.B. bei gruen wird aus einer Laenge M die Endgroesse L). Bei Hellblau gibts keine Aenderung.

Nutzung erfolgt auf eigenes Risiko.
Vorsichtig anlegen! Schnittkanten koennen scharfkantig sein!


Liebe Kinder, bitte nicht nachmachen. Dies k?nnte zu dauerhafter Sch?digung des m?nnlichen Selbstwertgef?hles f?hren und in Folge endlos viele therapeutische Sitzungen nach sich ziehen.
9.2.06 18:33


With a little help from my friends

Wird langsam Zeit, dass sich hier mal was ?ndert.
Ich suche eine neue Schrift f?r meinen Header. Das soll wie ein Flugzeugkondensstreifen aussehen, der nach vorne verblasst.
Hat da jemand einen heissen Tipp f?r mich?
Anyone?
2.2.06 23:27


Sticky fingers

St?ckchen, die mir nicht zugeworfen wurden (bei Isabo entdeckt):

Four jobs I've had:
- Instrumentallehrer
- Orchestermusiker
- Cocktailbarangestellte (im Studium)
- Tauchlehrer

Four movies I can watch over and over:
- Breakfast at Tiffany?s (etwa 15x gesehen)
- Forrest Gump (etwa 8x gesehen)
- Fight Club (erst 2x gesehen, wird aber sicher noch mehr)
- alle alten Schnulzenfilme der 40er, 50er und 60er Jahre

Four places I've lived:
- Stuttgart
- Ruhrpott
- Brehmen (nein, nicht Brehms Tierleben)
- M?nchen

Four TV shows I love:
Hab keinen Fernseher. Abgesehen davon mag ich keine TV-Shows. Fr?her als Kind hab ich gerne Dalli-Dalli geschaut und dieses Prominentenraten im Dritten (Ich trage einen gro?en Namen - SDR). Sp?ter Nachtcaf?. Ist lange her...

Four places I've vacationed:
- London
- New York
- Malediven
- Spanien

Four of my favorite dishes:
Es gibt so viel Gutes, da kann ich mich nie entscheiden, was zur Folge hat, dass ich im Restaurant der Schrecken der Kellner bin. Wegen mir m?ssen die dreimal extra laufen.

Four sites I visit daily:
- Google
- mein Blog (weil ich dank Alzheimer immer wieder vergesse, was ich schreibe und dort auf unterhaltsame Beitr?ge sto?e)
- einige andere Blogs
- ein doofes Forum, in das ich trotz festem Vorsatz, es nicht zu tun, doch immer wieder schaue.

Four places I would rather be right now:
- Dort wo der Mann ist, an den ich gerade denke.
- Am Meer
- In einem Floating Tank
- Im Himmel auf Erden.

Four bloggers to tag with this:
N?, liest hier doch keiner. Ausserdem m?gen die sicher keine St?ckchen.
1.2.06 13:09


Hemds?rmeligkeit vs. Hirnwichserei

Wenn alles gerecht abl?uft, gewinnt die erste Partei.
Den Hirnwichsern geht?s viel zu gut.
31.1.06 10:01


These are the moments

Der Unterschied zwischen Illusion und Idealismus ist schwer eindeutig festzustellen. Wann wurde das Vertrauen in Hollywood-Lebensentw?rfe von einem gesunden Misstrauen gegen?ber dem letzten Satz abgel?st, der kurz vor dem Ende-Schriftbild noch einmal mit aller Kraft Pathetisches beschw?rt und uns in tr?gerischer Alles-Wird-Gut-Manier hinterl?sst? Wann war der Zeitpunkt, an dem man begriff, dass ein Kuss nicht das Ende, sondern der Anfang ist? Der erste Kuss, der benebelnd den ?bergang von Traum in Wirklichkeit markiert und sie gleichzeitig durch seine Kraft abmildert. Fast scheint mir, als w?re auch hier eine k?rperliche Schutzfunktion ?hnlich der Bewusstlosigkeit bei gro?em Schmerz von der Natur gegeben.




Nichts ist so intensiv wie der Moment. Obwohl Menschen Momente aufgrund ihrer K?rze meist nur als Eindruck der Erinnerung wahrzunehmen imstande sind, beginnt er nur Bruchteile von Sekunden, nachdem er abgespeichert wurde zu verblassen. Je l?nger der Moment zur?ckliegt, umso schwieriger wird eine lebendige Erinnerung daran. Mag daran liegen, dass die meisten Erlebnisse im Gehirn in Worten abgespeichert werden. Ich habe dies gemacht und bin dort gewesen. Nat?rlich existieren auch Bilder dazu. In Erz?hlungen mag das dazu f?hren, sich nur noch auf jene Art in das Erz?hlte einf?hlen zu k?nnen, wie man sich in eine gelesene Geschichte oder einen Film einl?sst. Und dann gibt es diese Ausl?ser, die, schwer nachvollziehbar, ein Erlebnis pl?tzlich mit solcher Wucht pr?sent werden lassen, dass man davon umgeworfen wird, wie von einer hohen Welle in der Brandung. Merkw?rdig, dieses Ph?nomen des menschlichen Ged?chtnisses. Und immer wieder faszinierend.

Aus ?Mein Leben ist ein Bilderbuch?
31.1.06 09:57


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