Dünne Luft
Startseite
Schöner fliegen
blues

Big in Japan

Erinnerungen:

Hotel Nikko, Düsseldorf, Ende 99.
In der Lobby spontane Jazzsession mit dem Barpianisten veranstaltet.

Japanischer Gast: "Do you know my favorite song?"
Ich: "Tell me, what´s your favourite song?"
Er: "My favourite song?"
Ich: "Yeah, tell me..."
Er: "Do you know my favourite song?"

Das Spiel geht in etwa 5 Minuten hin und her.
Schlussendlich fällt der Slowmotiongroschen.
Er meinte den Song My favourite song [heisst eigentlich My favourite things] von John Coltrane, ich dachte, das wäre mal wieder so ein Japanderding. Die sind´s ja gewöhnt, ihre Wünsche nicht zu äussern, sondern sie von den Augen abgelesen zu bekommen. Zumindest zu Zeiten der Geishahochkultur war das so.

[Manifestation des Japanblues hier und dort]
1.3.06 19:50


You´re embarrassing me

[good night good night]

Herr Mav hatte einen Wunsch frei, weil er meinen Header entwarf. Er w?nschte sich das Peinlichste, was mir jemals passiert ist. Im Grunde sch?me ich mich selten f?r irgendwas, doch nach l?ngerem Sinnieren stieg aus den Tiefen meines Unterbewusstseins eine l?ngst verdr?ngte Begebenheit auf, deren Peinlichkeit ich nun erneut durchlebe. Hoffentlich ist sie durch hiesige Niederschrift so weit verarbeitet, dass sie mir nicht zuf?llig beim freien Assoziieren auf der Psychiatercouch in die Quere kommt.

In einer Zeit, als es sowohl die Welt, als auch diverse k?rperliche Spielarten zwischen Mann und Frau zu erkunden galt, nahm ich beides mit einer gewissen Ernsthaftigkeit in Angriff. Beide Bereiche schienen mir fremd und gro?, doch die Neugier war gr??er. Mit Hilfe eines Trampertickets fuhr ich ein oder zwei Wochen quer durch Deutschland. Tags?ber widmete ich mich den St?dten, abends deren m?nnlichen Einwohnern. So l?ste sich die Frage nach einem Nachtlager meist von alleine. Wenn meine Erinnerung mich nicht tr?gt, war G?ttingen der einzige Ort, an dem ich in einer Jugendherberge n?chtigte. Das darf nicht zwingend als eine Aussage ?ber die Bewohner dieser Stadt gewertet werden, vielmehr ergab sich keine Gelegenheit, und ich war w?hlerisch.

Das Szenario war vielf?ltig. Man lernte sich in Stra?encaf?s, in Museen oder Restaurants, in Kneipen oder auf der Stra?e kennen. In einem Nebensatz bekundete ich meine Sorge um eine preisg?nstige Unterkunft und jeder der Herren ? dessen Besch?tzerinstinkt somit angesprochen war - wusste augenblicklich Rat. Meist folgte eine Einladung zum essen oder man zog um die H?user. Bei letzterem war oft viel Alkohol im Spiel, der meine Sinne vernebelte und die Begleitung um ein vielfaches attraktiver erscheinen lie?. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich war ja urspr?nglich katholisch erzogen und nicht gewillt, auf dem schnellsten Wege ins Fegefeuer zu gelangen. Nein, diese Herren waren bereit, mir v?llig selbstlos Obdach zu gew?hren. Seit der Zeit von Maria und Josef hat sich demnach das menschliche Verhalten betr?chtlich verbessert, so meine Schlussfolgerung. Da war ich nat?rlich bereit, solch g?tiges Benehmen ebenso selbstlos mit ein wenig k?rperlicher Zuwendung zu belohnen.

Ein besonders g?tiger Herr, der mir zudem auch noch au?erordentlich gefiel, spendierte in jener lauen Sommernacht besonders viel alkoholhaltige Getr?nke. W?hrend wir munter plauderten, lie? ich ihm ein paar Streicheleinheiten zukommen ? v?llig absichtslos, versteht sich. Dies veranlasste wiederum besagten Herrn, mir noch n?her zu kommen als bisher. Nach einigen K?ssen ? selbstverst?ndlich nur geschwisterlicher Natur ? schien er es eilig zu haben, mir unsere Schlafst?tte zu zeigen. Wir wechselten den Ort des Geschehens und alsbald wurden aus br?derlichen K?ssen recht leidenschaftliche, die ich nat?rlich erwiderte. H?tte ich diesen g?tigen Menschen etwa br?skieren sollen? Nein, ich begab mich vertrauensvoll in seine H?nde. Oh, und was f?r H?nde das waren. Sie schienen kurz nach dem Schlie?en der Wohnungst?re ?berall auf meinem K?rper und f?hrten mich kurz darauf in Sph?ren, deren Existenz mir bis dahin nur aus der Literatur bekannt waren. Die wenigen Details, an die ich mich noch erinnere, m?chte ich jedoch lieber schweigend genie?en.

Am n?chsten Morgen wurde ich noch vor ihm wach. Da ich erstaunlicherweise nackt war, sch?lte ich mich vorsichtig aus dem gemeinschaftlichen Nachtlager, schnappte meine auf dem Boden verteilte Unterw?sche und wollte ins Badezimmer huschen. Dabei hatte ich bereits hinter meinem R?cken das Rascheln der Bettdecke und ein dunkles Raunen aus m?nnlicher Kehle vernommen. Wie peinlich w?re es gewesen, mich einem Mann, den ich nicht kannte, bei hellem Tageslicht nackt zu pr?sentieren. So schl?pfte ich schnell in meine Unterw?sche, drehte mich zu ihm und begr??te ihn mit meinem strahlendsten L?cheln. Er erwiderte selbiges, doch sein L?cheln wurde immer breiter und sein Mund ?ffnete sich, um schlie?lich laute Lacher zu entlassen. Dabei fixierte er nicht etwa meine Augen, sondern etwas an meinem K?rper unterhalb der G?rtellinie. Mein Blick glitt hinab zu jener Stelle, an der ich den Grund f?r seine morgendliche Fr?hlichkeit vermutete. Jetzt erst bemerkte ich, dass ich in der Eile meine Unterhose links herum angezogen hatte. Doch das war nicht das Peinlichste. Ich hatte vergessen, dass in der Hose die Slipeinlage klebte, die nun das W?schest?ck von au?en zierte.
Wie sch?n, dass der Herr in dieser Situation Humor bewies. So konnte wenigstens einer dar?ber lachen.
23.2.06 00:18


Lady Marmalade

[Original]

Wann man alt wird, bemerkt man vor allem daran, dass die Umwelt nur noch Coverversionen von den guten Songs kennt. Es gibt allerdings auch Songs, deren Originale ohne eine fetzige Coverversion in den Tiefen der Nostalgie verschwunden w?ren. Ich m?chte in diesem Zusammenhang nur an ?killing me softly? von Roberta Flack erinnern. Die Fugee-version fand ich immer schon fetziger. Und dann gibt es noch Songs, die sind Alltime-players, weil sie noch zu frisch f?r Oldies oder ihre Charakteristik vollkommen verl?ren, w?rde man sie covern. Wer will schon Neue-Deutsche-Welle-Cover? Die Jungen fahren da immer noch v?llig drauf ab, obwohl die Lieder ihre urspr?ngliche Message aus dem zeitlichen Zusammenhang gerissen verloren haben. Man kann halt gut drauf hopsen. Ab und an f?hle ich mich gezwungen, in die feindliche Welt hinauszugehen und mich unauff?llig unter die Leute zu mischen. Nat?rlich geschieht dies nur im Dienste der Wissenschaft. Soziale Feldstudien f?hrten mich am Wochenende in die Kinderdisko. Da tummeln sich 17-23j?hrige bauchfrei und stets bem?ht, unheimlich cool auszusehen, w?hrend sie die rutschenden Hosen hochziehen. Ich selbst bin ja nun schon in einem Alter, in dem man sich ?ber Coolness und ?u?eren Schein erhaben glaubt, zumindest redet man sich und anderen erfolglos ein, man w?re es. Um auch an diesem Abend den Beweis f?r Erhabenheit anzutreten, musste ich zu Lady Marmalade auf den Boxen tanzen, die ich zwar weder eigenst?ndig erklimmen, noch ohne fremde Hilfe verlassen konnte, jedoch meinte, dort oben eine sehr gute Figur gemacht zu haben. Die bewundernden Blicke der Jugend habe ich ebenfalls aus Gr?nden der Erhabenheit mittels geschlossener Augen ausgeblendet. Einzig kurz bevor ich das Gleichgewicht w?hrend einer ?u?erst gewagten Drehung verlor, linste ich durch einen kleinen Augenspalt, um festzustellen, dass mir von H?he und Alkohol bereits ziemlich schwindlig war. Da zu fortgeschrittener Stunde sich die Hallen langsam leerten, ging ich nun, da ich das Konzept der Musikauswahl durchschaut hatte, zielstrebig zum DJ, um einen Wunsch zu ?u?ern. Auf meine Frage, ob sie auch ?easy (on sunday morning)? h?tten, antwortete dieser Jungspund mit einer Gegenfrage, deren Tragweite mich bis zum heutigen Tag besch?ftigt: ?Hast du Midlife-Crisis oda was??
Jedenfalls war meine Tarnung aufgeflogen. Schon aus Protest h?re ich seitdem nur noch die Musik, die vor meiner Zeit angesagt war. Soll keiner behaupten, ich h?tte mich nicht zu verstehen bem?ht.
20.2.06 16:26


Blood on the dancefloor

[Michael Jackson]

Wer hat sich die Frage nicht schon einmal gestellt, warum Frauen in der Öffentlichkeit meist in Grüppchen auf die Toilette gehen. Die Antwort ist sehr simpel. Frauen sind gesellige Wesen, zudem mitfühlend und mitteilsam. Der Gang auf die Toilette gibt ihnen Gelegenheit, über Zurückgebliebene zu lästern, die Vorzüge ihrer derzeitigen Liebhaber zu diskutieren oder einfach Tampons zu teilen. Sie tun gewisse Dinge einfach nicht gerne alleine. So z.B. menstruieren Frauen immer gemeinsam. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn berechnet man mal die Gesamtzahl der Frauen auf der Welt und setzt diese in ein Verhältnis zum durchschnittlichen Monatszyklus von 28 Tagen, wird es immer Frauen geben, die gleichzeitig menstruieren. Manchmal geschieht dies bei befreundeten Frauen auch gezwungenermaßen vegetativ. Während sich bei einer Katastrophenalarm ankündigt, muss die andere einfach nachziehen, ob sie will oder nicht. Es ist eine Frage der Freundschaft, die Schwester nicht alleine durch ihr Elend gehen zu lassen, sondern das Leid zu teilen. Und so gibt es wenigstens einen Menschen, der sich in diese miserable Lage lebhaft hineinversetzen kann. In dieser Hinsicht hat meine Entwicklung einen entscheidenden Rückschlag erlitten. Als nämlich meine damalig beste Freundin nicht nachziehen konnte, weil sie für ihre erste Periode schlichtweg noch nicht an der Reihe war, und ich alleine bluten musste, da wusste ich, dass wahre Freundschaft nur zwischen Männern existiert. Noch heute sind mir die heimatgeschichtlichen Filme ein Graus, die im vergangenen Jahrhundert spielen und in denen ein Mädchen jammert und heult, weil es meint, aufgrund des verlorenen Blutes sterben zu müssen. Hätte die gewusst, wie hart das Leben in der ach so modernen Welt sein kann, in der man über alles spricht, sie wäre froh gewesen, sterben zu dürfen.

Im Grunde komme ich auf das Thema nur, weil ich da bei der verehrten Kaltmamsell etwas las. Und just begann ich – empathisch wie ich nun mal bin – ebenfalls zu menstruieren. Jetzt renne ich als Auslaufmodell rum und überlege mir, warum es keine jumbosize Tampons gibt. Mal ehrlich, aus allem macht die Sexindustrie Dildos oder Vibratoren – kürzlich habe ich da ein abgewandeltes Handymodell gesehen – aber die Tampons sind winzig. Das ist doch lächerlich, ja geradezu ein Widerspruch in sich. Die Ersatzschwänze können nicht groß genug sein aber die größte O.B.-Größe passt noch in meine Nase. Wahrscheinlich ist das wieder nur ein Trick des Einzelhandels. Dann muss man nämlich mehr verbrauchen und kauft sie öfter. Außerdem macht die Waschmittel-, Bekleidungs- und Autositzbezugindustrie ebenfalls Gewinn. Mein altes Auto mit dem durchgebluteten Fahrersitz wollte nämlich keiner kaufen, obwohl ich den Fleck noch mit schwarzem Edding verzierte, um ihn als Kunstwerk zu deklarieren. Der potentielle Käufer wollte mir nicht abnehmen, dass Picasso schon Golf gefahren sei. Merkwürdig, bei Citroen funktioniert das.

Und teuer sind diese Dinger erst! Solche Preise fordern einen Boykott geradezu heraus. Fehlt nur noch, dass jetzt auch noch Tampons besteuert werden. In Zukunft drehe ich einfach selbst, denn Watte ist billiger, das Rückholbändchen schnell von einem alten Teebeutel entliehen und einschweißen kann ich mit Mutterns Gefrierbeutelschweißer. Darf ich nur nicht vergessen, das selbstgebaute Ding vor einer heißen Liebesnacht zu entfernen. Welcher Mann will schon auf dem Bändel den Namen eines anderen lesen, selbst wenn es sich bei Earl Grey um einen Adeligen handelte?

Und hier noch das offizielle Menstruationslied:let it flow now mama von Freak Power
16.2.06 10:12


Salmonds are a girls best friend

[as diamonds are not available]

Wann werde ich es lernen?
Diese Frage stelle ich mir mindestens zweimal im Jahr, dann n?mlich, wenn ich ein Men? zu zaubern bereit bin. Dieses Jahr habe ich es bis zum f?lligen Silvestermen? hinausgez?gert:
Noch bei der Rezeptsuche ist alles recht unkompliziert. Die Zutaten lassen sich schnell und ?bersichtlich auf einem Zettel festhalten. Dann bin ich beim Einkaufen. Pl?tzlich stehe ich vor scheinbar un?berwindbaren Hindernissen. Wie soll ich 250g Sahne kaufen, wenn die Becher jeweils 200g beinhalten, ich aber sonst nie Sahne brauche? Wie soll ich f?nf Oliven kaufen, au?er ich ?ffne das Glas im Supermarkt, entnehme die f?nf Oliven und stelle das Glas wieder zur?ck ins Regal, was einerseits unfair einem anderen Kunden gegen?ber w?re, der dann nicht die angegebene Menge Oliven h?tte und andererseits die Kassiererin vor ein gro?es Problem stellen w?rde, da sie auf der einzelnen Olive keinen Strichcode finden k?nnte. Vor allem aber habe ich mir vorher keine Gedanken gemacht, wie schwer manche Zutaten zu bekommen sind. Im Winter frischen Dill zu kaufen grenzt an Snobismus. Zuhause stelle ich fest, dass ich die wichtigsten Komponenten vergessen habe. Schlie?lich ist alles erledigt und ich beginne mit dem Nachtisch, da der eine Weile fest werden muss. Ich lese in meinem Rezept so sch?ne Worte wie "schaumig r?hren", "unterheben", "fl?ssig werden" und sie klingen rational und plausibel. Das Problem ist, ich r?hre seit ungef?hr einer halben Stunde aber die Masse ist immer noch nicht schaumig, die Schokolade schmilzt aber sie sieht nur f?r einen Moment fl?ssig aus und unterheben mag man zwei feste Gegenst?nde k?nnen, nicht aber mehr oder weniger fl?ssige Masse. Diesmal bin ich schlauer gewesen als sonst und habe mir vorher genau ?berlegt, welche Masse in was kommt und den gr??ten Topf f?r die gr??te Masse gew?hlt. Doch pl?tzlich bleibt mein Auge an einer bestimmten Formulierung im Rezept h?ngen. Da steht:" Bevor sie die beiden Komponenten schaumig r?hren..." Wieso steht da BEVOR? Ich dachte immer, ein Rezept w?re wie eine Bauanleitung f?r ein M?belst?ck, das ich Schritt f?r Schritt befolge, damit mir der Erfolg garantiert ist. Jetzt wird mir klargemacht, dass ich etwas zu tun unterlassen habe, das nicht mehr r?ckg?ngig zu machen ist. Vor allem aber frage ich mich, wieso mir das nicht schon fr?her aufgefallen ist, schlie?lich ben?tze ich das Rezept nicht zum ersten Mal. Da die Situation nun mal ist, wie sie ist, beschlie?e ich zu improvisieren und das Reihenfolgeproblem zu ignorieren. Die Sahne ist immerhin so steif, w?rde ich noch einen Moment weiterschlagen, h?tte ich astreine Butter in der Sch?ssel und diesmal war es auch kein Problem, das Eiwei? vom Eigelb zu trennen, ich musste dabei nur an den gestrigen Kickerabend denken und den merkw?rdigen Zeitgenossen, der behauptete diese Form des Balleinwurfs sei Tradition.
Nun gut, die Masse ist jetzt ein gro?er merkw?rdiger Einheitsbrei und ich frage mich allen Ernstes, warum ich Sahne und Eiwei? steif schlagen musste, wenn sie jetzt wieder fl?ssig ist. Bei diesem Gedanken sch?ttle ich mein Handgelenk, um mich der durch stundenlanges Schaumigr?hren hervorgerufenen Schmerzen zu entledigen. Das n?chste Problem l?sst nicht lange auf sich warten. Ich suche ein Beh?ltnis f?r den Nachtisch. Die einzig wirklich gro?e und gleichzeitig dekorative Sch?ssel wollte ich f?r den Salat ben?tzen. Also muss ich Priorit?ten setzen und entscheide zugunsten des Nachtisches und gegen den Salat. Den kann ich immer noch auf die Teller zaubern, womit ich auch das Mengenproblem gel?st h?tte, denn auf einem Teller angerichtet, sehen Speisen immer nach mehr aus, als es tats?chlich ist. A propos Mengenangaben: jetzt erst f?llt mir auf, dass ich nicht beachtet habe, f?r wie viele Personen die jeweiligen Rezepte ausgelegt waren und ich stelle mit Entsetzen fest, dass ein Gang einem Singlemen? entnommen war. Nach dem heutigen Tag werde ich der K?nig der Improvisateure sein, da bin ich ganz sicher.

Die breiartige Masse will im K?hlschrank einfach nicht fest werden und ich habe den leisen Verdacht, dass es an der Mischtemperatur beim Zubereiten lag. Das wird das erste Mal sein, dass ich f?r die Nachspeise, die mir bisher immer Lob einbrachte, weil sie selten so gut wie bei mir gelingt, m?des L?cheln ernten werde. Zwischendurch hab ich schnell ein Lachsbr?tchen gegen den kleinen Hunger gegessen. Pl?tzlich ist mir spei?bel. Wenn ich etwas sehr gerne mag, esse ich das zwar nicht oft, doch irgendwann kommt die Zeit, wo mir davon schlecht wird und ich schon den Geruch nicht mehr ertrage. Meine K?che ist erf?llt vom Duft des Seelachses, den ich f?r den Salat koche Die Frage, die sich mir nun stellt ist, wie ich es schaffen soll, in dieser K?che weiter an meinen Kochk?nsten zu feilen, w?hrend ich eine Hand ben?tige, mir den Mund bzw. die Nase zuzuhalten. Dabei bin ich noch nicht mal beim Hauptgericht.
Wozu soll ich Gurken entkernen? Ich wusste bis dato nicht einmal, dass etwas in ihrem Innersten als solches bezeichnet werden k?nnte. Und warum klebt feingehackter Dill vorwiegend an den Fingern und nur wenig davon landet dort, wo er eigentlich eine Speise geschmacklich bereichern soll? Nun, Mengenangaben m?gen etwas f?r Weicheier sein, doch es geht dabei irgendwie auch um das Verh?ltnis der einzelnen Komponenten zueinander. Ich glaube, meine Mengen sind so bemessen, dass ich entweder von den Resten eine Woche leben oder sie einpacken, in die Sahelzone versenden und dort ungef?hr zwanzig Kinder vor dem Hungertod retten k?nnte. Mengenangaben sind dazu da, sie zu ignorieren, denn entweder macht man damit zu viel oder zu wenig. Da jedoch ein guter Gastgeber niemals in die Verlegenheit kommen m?chte, seinen G?sten zu wenig anbieten zu k?nnen, z?hle ich prophylaktisch ein Drittel mehr dazu. Dann jedoch fehlen Beh?ltnisse und T?pfe, denn f?r diese Mengen sind zwar Gro?k?chen vorbereitet, nicht jedoch mein bescheidener Hausstand.
Habe ich schon erw?hnt, dass ich mir das Putzen h?tte sparen k?nnen, so wie die K?che jetzt aussieht? Es grenzt an Wunder, wo ich Spritzer von Tomatensauce finde, da die ja angeblich "im offenen Topf k?cheln" soll. Sauce k?chelt nicht, sie kocht entweder mit allem drum und dran oder sie schmort. Selbst wenn sie nur ein klein wenig kocht - das w?re dann die Definition f?r "k?cheln" - bilden sich b?se Blubberblasen, die beim Zerplatzen immer Spuren auf dem Herd und dem Boden hinterlassen Ich wei? schon, warum ich nicht so oft koche.
Aber jetzt freue ich mich auf gute Gespr?che, denn das ist oft die einzige M?glichkeit, die Esser und mich selbst von meinen weniger r?hmlichen Kreationen abzulenken.

Und so war es auch letztes Jahr an Silvester. Wir hatten gute Gespr?che und m??igen Hunger. Meinen Verzweiflungsbericht ?ber die Zubereitung habe ich erst heute wiedergefunden.
15.2.06 16:02


Diving in the deep blue sea

I dance among the dolphins in the shifting light.
I duel a spiny lobster 'til he backs out of sight.
I fly behind a turtle like the tail on a kite
as she heads out from her island nest.

We glide above a pirate ship sunk long ago.
Her coral covered decks enjoy a fashion show
with damsel fish and clown fish flitting to and fro.
It's more dazzling than a treasure chest.

I love going diving in the deep blue sea.
There's an underwater wonderland surrounding me
when I'm diving in the deep blue sea.
Diving in the deep, I just wanna keep on
diving in the deep blue sea!
[Monty Harper]


So, jetzt isses passiert. Da ich momentan nicht zu Hause bin, habe ich freien Zugriff auf einen Fernseher. Beim Einschalten erhasche ich Bilder einer Reportage ?ber die Malediven. Zig Male war ich dort, habe da tauchen gelernt und letztes Jahr beschlossen, nicht mehr hinzufahren, nachdem all das bereits so vertraut f?r mich war, dass ich mich beinahe langweilte. Doch dann Unterwasseraufnahmen. Fischsuppe, zwischen der Korallen und Taucher erkennbar sind. Und pl?tzlich sp?re ich dieses Ziehen in der Herzgegend. Unerkl?rbare Sehnsucht nach einer anderen Welt, wie sie in dieser Form nirgends sonst existiert. Gebirgsseetauchen war nie ein Ersatz, sondern eine neue Herausforderung f?r mich, gegen die ich gerne das warme Wasser der Ozeane eintauschte. Fast ein wenig ?berheblich klangen meine Erl?uterungen auf die immer wieder gestellte Frage, warum ich K?lte und Dunkelheit in Kauf nehme, wo doch sowieso nichts zu sehen ist: Ich tauche nicht, um zu sehen, sondern um zu tauchen. Die Herausforderung ist das Sp?ren der eigenen psychischen Grenzen unter harten Bedingungen, Verbesserung des taucherischen K?nnens, das durch den Auftrieb im Salzwasser tr?gerisch gut scheint, die Schwerelosigkeit, die Freiheit.

Im vergangenen Jahr, wie auch dem vorhergehenden hatte ich mit diversen ?ngsten zu k?mpfen. ?ngste, die nicht einfach durch Analysieren wegrationalisiert werden konnten, sondern die ein Ventil meiner Seele waren. ?ngste, die mir den Hals zudr?ckten und die Luft abschn?rten, wenn ich mich durch kleine R?ume beengt f?hlte. ?ngste, die mich daran hinderten, alleine oder gar mit Sch?lern ins Wasser zu steigen.

Es wird besser. Verschwunden sind sie noch nicht. Was bleibt, ist die Sehnsucht.
6.2.06 16:00


Some get their kicks stompin´ on a dream

That's life (that's life), that's what all the people say
You're ridin' high in April, shot down in May
But I know I'm gonna change that tune
When I'm back on top, back on top in June

I said that's life (that's life), and as funny as it may seem
Some people get their kicks stompin' on a dream
But I don't let it, let it get me down
'cause this fine old world, it keeps spinnin' around

That's life (that's life), that's life and I can't deny it
Many times I thought of cuttin' out but my heart won't buy it
But if there's nothin' shakin' come this here July
I'm gonna roll myself up in a big ball a-and die


Wer verletzlich ist, ist gleichzeitig stark.
St?rke ist nicht herumpoltern und w?ten.
St?rke ist, schwach zu sein.
25.1.06 11:26


Ice ages

Typ1: "Wie alt wirst Du denn?"
Frau K.: "Na 29, wie jedes Jahr halt."
Typ2: "Aha, 29F..."
Frau K.: "N? 75D. Das solltest Du langsam einsch?tzen k?nnen, nachdem Du mir seit einer halben Stunde in den Ausschnitt starrst."
21.1.06 10:35


bad day

Wenn die Besucherkinder Schneefl?ckchen singend mit den Staubflocken spielen,
wenn die g?hnende Leere im K?hlschrank zu einem Gespr?ch ?ber caritative Einrichtungen f?hrt,
wenn Du beim Betreten des Badezimmers ?ber den Berg Schmutzw?sche stolperst,
wenn der Boiler nur noch lauwarmes Wasser f?r die Wanne liefert,
wenn der Blick in den Schrank zeigt, dass keine geb?gelte Bluse f?r den n?chsten Tag zur Verf?gung steht,
wenn Du von Freunden mit den Worten ?lebst Du auch noch?? begr??t wirst,
wenn der Barkeeper der Rechnung eine Visitenkarte der anonymen Alkoholiker beif?gt,
wenn die fl?chtige Bekannte fragt, ob Du schwanger seist,
wenn der Postbote anmerkt, man solle sich f?r Mahnungen k?nftig ein Postfach einrichten,
wenn sich die Lieblings-CD bei den Topfuntersetzern befindet,
wenn das Auto nicht auffindbar, weil abgeschleppt ist,
wenn die Drogistin sagt ?in ihrem Alter w?re aber eine feuchtigkeitsspendende Pflege wichtig?,
wenn selbst der Therapeut nicht versteht, wovon Du sprichst,
wenn das einzig trostspendende Buch auf nimmer wiedersehen verliehen ist,
wenn Du Spammails liest, weil das die einzig neuen Mails in Deinem Postfach sind,
wenn Dich die Macken der Anderen mehr als die Deiner Eltern nerven,
wenn Du selbst ?ber all das nicht mehr lachen kannst,

dann wei?t Du, dass Du einen Schei?tag hattest.
9.1.06 23:22


Should old acquaintance....

... be forgot?
Hab ich nie begriffen, diesen Satz. Dabei glaube ich, ist es manchmal ganz ratsam, alte Bekannte zu vergessen. Vor allem, wenn sie sich einen Feuchten um einen scheren. Aber Abschiede sind ?berhaupt nicht mein Ding. Silvester ist auch einer. Ich w?rde vorschlagen, wir vergessen das Ganze. Erst gro?es Ged?ns veranstalten und dann bleibt doch alles beim Alten. Ist doch so! Da kann man sich diese Verabschiederei des alten Jahres auch sparen. Einen legalen Grund zum Massenbes?ufnis brauch ich auch nicht. Die Ballerei ginge mir sowas von auf die Eier den Sack, h?tte ich einen, und bei jedem Knall zucke ich zusammen. N?chstes Jahr will ich bittesch?n um diese Zeit in China sein, die feiern n?mlich erst im Februar. Oder in Amerika, da wird wenigstens nicht Geb?llert.
Und dann erst diese pseudosentimentalpathetischen R?ckblicke. Die m?ssen doch nicht unbedingt alle heute stattfinden. Reicht doch, wenn man die zu Geburtstagen, zu Beziehungsjahrestagen oder -enden und zu Beerdigungen macht.
Silvesterhasser haben es nicht nur aber vor allem heute schwer.

[Und arbeitswilliges Flugpersonal, das standby absitzen muss, noch viel mehr]
31.12.05 19:52


 [eine Seite weiter]

Gratis bloggen bei
myblog.de

Locations of visitors to this page