Dünne Luft
Startseite
Schöner fliegen
In walked bud

Du warst weg, unterwegs. Einige Zeit, zwei Wochen oder mehr. Danach stehst du mit Sack und Pack vor deiner Wohnung. Du ?ffnest die T?re, betrittst die R?ume, die du eingerichtet hast und die du jederzeit beschreiben k?nntest. Schlie?lich kennst du jeden Winkel, hast viel Zeit dort verbracht. Jetzt siehst du alles ganz neu. Der Flur, das erste Zimmer, durch das das Licht f?llt. Vertraut und doch fremd. Waren die W?nde immer schon so dunkel, der Raum so klein? Waren die Bilder immer schon am selben Ort? Nat?rlich hat sich nichts ver?ndert und dieser Anflug von Fremdheit h?lt nur einige Minuten. Doch sind es diese Minuten, die ich jedes Mal festhalten m?chte. So sieht also einer, der zum ersten Mal zu Besuch bei dir ist. Was w?rde wohl passieren, wenn du dein Gesicht mehrere Wochen nicht im Spiegel gesehen h?ttest? W?rest du dir pl?tzlich fremd? Oder h?ttest du gar die Kleinigkeiten vergessen, die nur dir auffallen?



Aus anderen Augen sehen. Leider gelingt das nur ganz selten.

18.6.05 20:55


Tunes

Immer dann, wenn es besonders sch?n oder besonders schrecklich ist, w?nschte ich, es w?re das Ende.
21.6.05 23:18


Miss Otis regrets (she´s unable to lunch today)

Gedanken zum Tod ? was bleibt zu sagen?

Was gibt es schon zu sagen zum Tod, was noch nicht gesagt ist. Es gibt keinen einzigen Gedanken, der neu ist, denn der Tod ist so alt wie das Leben. Einer verliert seine Eltern, seine Gro?eltern oder Geschwister, ein anderer seinen Freund, sein Kind oder seinen Lebenspartner. Und jedes Mal ist da diese unendliche Traurigkeit, die Leere und gleichzeitig die Wut ?ber eine als zuf?llig empfundene Ungerechtigkeit.

Der Zur?ckgebliebene wird zun?chst noch mit guten W?nschen oder gar mit praktischer Hilfe unterst?tzt. Dann kommt die Zeit, in der die Anrufe und Besuche seltener werden, schlie?lich fallen sie ganz weg. Jeder kehrt zu einem Alltag zur?ck, der von Routine und Wiederholung bestimmt wird. Doch f?r den, aus dessen Herz ein St?ck Leben gerissen wurde, gibt es noch keine Kontinuit?t, denn was k?nnte so weiterlaufen wie bisher, wenn sich dieses Bisher so drastisch ver?ndert hat.

Es sind die Fragen, die bleiben. Fragen nach dem Sinn, Fragen nach dem Leben und mit diesen Fragen kommt die Einsamkeit, denn keiner kann sie beantworten. Im Angesicht des Todes wird uns die eigene Verg?nglichkeit bewusst.

Was kann ein Leben, wie es millionenfach existiert schon hinterlassen? Das Streben nach Sinnhaftigkeit hat in der Geschichte der Menschheit Kunstwerke, Erfindungen und ?hnliche Hinterlassenschaften hervorgebracht. Wer dazu nicht in der Lage ist, setzt Kinder in die Welt, um der Unsterblichkeit ein kleines St?ck n?her zu kommen. Doch letztlich z?hlen unsere Gedanken, unsere Worte und unser Tun. Letztlich ist nur wichtig, wie viel Bedeutung ein anderer Mensch uns beimisst, denn wir erreichen in seinen Gedanken ein St?ck Unsterblichkeit. Der wirkliche Tod ist das Vergessen.

Eine Ber?hrung bleibt nur ein sensitiver Reiz, wenn sie nicht bis in unser Herz dringt und es zu erw?rmen im Stande ist. Die Erinnerung an die Ber?hrungen unseres Herzens bleibt in unseren Gedanken erhalten, lange nachdem sich die Hand wieder entfernt hat. Es sind so viele Ber?hrungen, denen wir uns t?glich aussetzen, manch eine sicherlich ungewollt, doch bleiben jene, die in einem liebevollen Moment stattfanden und uns f?r einen Augenblick die Kluft des Abgetrenntseins ?berwinden lie?en, die eine Br?cke zwischen zwei Seelen bauten und mit denen wir einen Moment vergessen durften, dass wir durch alles Schwere alleine gehen m?ssen.

Die physische Existenz ist gegangen, wir k?nnen sie nicht mehr ber?hren. Der geliebte Mensch wird uns nie mehr umarmen, nie mehr zuh?ren und mit uns lachen oder weinen, doch ist er immerfort bei uns, da wir die vielen Augenblicke in unseren Gedanken wie ein Schatzk?mmerlein h?ten, in denen uns all das durch seine Existenz gegeben ward. An einem besonders einsamen Tag holen wir dann den Schl?ssel der Erinnerung hervor, setzen uns mitten in unseren Reichtum und allm?hlich weicht die Traurigkeit der Freude ?ber den Schatz. Ein Mensch kann uns k?rperlich nie so nahe sein, wie er es unserem Herzen zu sein vermag.

All dies mag hart und befremdlich klingen, doch ist es das Wesen jeder Wahrheit, wenn sie als solche nicht verleugnet wird. Im Angesicht des Todes werden wir ihrer gewahr. Es ist, als ob der Tod die Maske der Verdr?ngung von uns gerissen h?tte und wir beobachten mit Staunen und Kopfsch?tteln das sinnlose Treiben um uns herum. Die Gedanken, denen wir bisher so viel Beachtung schenkten, verlieren an Wichtigkeit und lassen uns zu dem Zur?ckkehren, was wesentlich ist. Der Tod macht uns als Menschen gleich, die wir so sehr bem?ht sind, uns voneinander zu unterscheiden.

Das Wesentliche ist, was uns vereint.
22.6.05 23:53


Tunes

Morgens aufstehen - zur Arbeit gehen - danach heimkommen - m?de sein - in anderen Blogs st?bern - ein Glas Wein trinken - rauchen - nix mehr auf die Reihe kriegen - ins Bett fallen - einschlafen - tr?umen - selbes Spiel am n?chsten Tag.

Da kann das mit dem Blog ja nix werden!
30.6.05 22:02


Gratis bloggen bei
myblog.de

Locations of visitors to this page