Dünne Luft
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Schöner fliegen
These are the moments

Der Unterschied zwischen Illusion und Idealismus ist schwer eindeutig festzustellen. Wann wurde das Vertrauen in Hollywood-Lebensentw?rfe von einem gesunden Misstrauen gegen?ber dem letzten Satz abgel?st, der kurz vor dem Ende-Schriftbild noch einmal mit aller Kraft Pathetisches beschw?rt und uns in tr?gerischer Alles-Wird-Gut-Manier hinterl?sst? Wann war der Zeitpunkt, an dem man begriff, dass ein Kuss nicht das Ende, sondern der Anfang ist? Der erste Kuss, der benebelnd den ?bergang von Traum in Wirklichkeit markiert und sie gleichzeitig durch seine Kraft abmildert. Fast scheint mir, als w?re auch hier eine k?rperliche Schutzfunktion ?hnlich der Bewusstlosigkeit bei gro?em Schmerz von der Natur gegeben.




Nichts ist so intensiv wie der Moment. Obwohl Menschen Momente aufgrund ihrer K?rze meist nur als Eindruck der Erinnerung wahrzunehmen imstande sind, beginnt er nur Bruchteile von Sekunden, nachdem er abgespeichert wurde zu verblassen. Je l?nger der Moment zur?ckliegt, umso schwieriger wird eine lebendige Erinnerung daran. Mag daran liegen, dass die meisten Erlebnisse im Gehirn in Worten abgespeichert werden. Ich habe dies gemacht und bin dort gewesen. Nat?rlich existieren auch Bilder dazu. In Erz?hlungen mag das dazu f?hren, sich nur noch auf jene Art in das Erz?hlte einf?hlen zu k?nnen, wie man sich in eine gelesene Geschichte oder einen Film einl?sst. Und dann gibt es diese Ausl?ser, die, schwer nachvollziehbar, ein Erlebnis pl?tzlich mit solcher Wucht pr?sent werden lassen, dass man davon umgeworfen wird, wie von einer hohen Welle in der Brandung. Merkw?rdig, dieses Ph?nomen des menschlichen Ged?chtnisses. Und immer wieder faszinierend.

Aus ?Mein Leben ist ein Bilderbuch?
31.1.06 09:57
 
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