Dünne Luft
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Schöner fliegen
Blood on the dancefloor

[Michael Jackson]

Wer hat sich die Frage nicht schon einmal gestellt, warum Frauen in der Öffentlichkeit meist in Grüppchen auf die Toilette gehen. Die Antwort ist sehr simpel. Frauen sind gesellige Wesen, zudem mitfühlend und mitteilsam. Der Gang auf die Toilette gibt ihnen Gelegenheit, über Zurückgebliebene zu lästern, die Vorzüge ihrer derzeitigen Liebhaber zu diskutieren oder einfach Tampons zu teilen. Sie tun gewisse Dinge einfach nicht gerne alleine. So z.B. menstruieren Frauen immer gemeinsam. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn berechnet man mal die Gesamtzahl der Frauen auf der Welt und setzt diese in ein Verhältnis zum durchschnittlichen Monatszyklus von 28 Tagen, wird es immer Frauen geben, die gleichzeitig menstruieren. Manchmal geschieht dies bei befreundeten Frauen auch gezwungenermaßen vegetativ. Während sich bei einer Katastrophenalarm ankündigt, muss die andere einfach nachziehen, ob sie will oder nicht. Es ist eine Frage der Freundschaft, die Schwester nicht alleine durch ihr Elend gehen zu lassen, sondern das Leid zu teilen. Und so gibt es wenigstens einen Menschen, der sich in diese miserable Lage lebhaft hineinversetzen kann. In dieser Hinsicht hat meine Entwicklung einen entscheidenden Rückschlag erlitten. Als nämlich meine damalig beste Freundin nicht nachziehen konnte, weil sie für ihre erste Periode schlichtweg noch nicht an der Reihe war, und ich alleine bluten musste, da wusste ich, dass wahre Freundschaft nur zwischen Männern existiert. Noch heute sind mir die heimatgeschichtlichen Filme ein Graus, die im vergangenen Jahrhundert spielen und in denen ein Mädchen jammert und heult, weil es meint, aufgrund des verlorenen Blutes sterben zu müssen. Hätte die gewusst, wie hart das Leben in der ach so modernen Welt sein kann, in der man über alles spricht, sie wäre froh gewesen, sterben zu dürfen.

Im Grunde komme ich auf das Thema nur, weil ich da bei der verehrten Kaltmamsell etwas las. Und just begann ich – empathisch wie ich nun mal bin – ebenfalls zu menstruieren. Jetzt renne ich als Auslaufmodell rum und überlege mir, warum es keine jumbosize Tampons gibt. Mal ehrlich, aus allem macht die Sexindustrie Dildos oder Vibratoren – kürzlich habe ich da ein abgewandeltes Handymodell gesehen – aber die Tampons sind winzig. Das ist doch lächerlich, ja geradezu ein Widerspruch in sich. Die Ersatzschwänze können nicht groß genug sein aber die größte O.B.-Größe passt noch in meine Nase. Wahrscheinlich ist das wieder nur ein Trick des Einzelhandels. Dann muss man nämlich mehr verbrauchen und kauft sie öfter. Außerdem macht die Waschmittel-, Bekleidungs- und Autositzbezugindustrie ebenfalls Gewinn. Mein altes Auto mit dem durchgebluteten Fahrersitz wollte nämlich keiner kaufen, obwohl ich den Fleck noch mit schwarzem Edding verzierte, um ihn als Kunstwerk zu deklarieren. Der potentielle Käufer wollte mir nicht abnehmen, dass Picasso schon Golf gefahren sei. Merkwürdig, bei Citroen funktioniert das.

Und teuer sind diese Dinger erst! Solche Preise fordern einen Boykott geradezu heraus. Fehlt nur noch, dass jetzt auch noch Tampons besteuert werden. In Zukunft drehe ich einfach selbst, denn Watte ist billiger, das Rückholbändchen schnell von einem alten Teebeutel entliehen und einschweißen kann ich mit Mutterns Gefrierbeutelschweißer. Darf ich nur nicht vergessen, das selbstgebaute Ding vor einer heißen Liebesnacht zu entfernen. Welcher Mann will schon auf dem Bändel den Namen eines anderen lesen, selbst wenn es sich bei Earl Grey um einen Adeligen handelte?

Und hier noch das offizielle Menstruationslied:let it flow now mama von Freak Power
16.2.06 10:12
 
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