Dünne Luft
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Schöner fliegen
neither fish nor fowl

A womans needs

Gestern beim Basteln der Wunschliste ? bestehend aus reinen Konsumg?tern, welche beim Erwerb weniger lebenserhaltend als vielmehr geistig zerstreuend wirken - l?ste die Besch?ftigung mit selbiger einen Anstieg dieses weiblichen Bed?rfnishormons aus, das ein fast unz?hmbares Begehren der einzelnen Bestandteile darauf zur Folge hatte. So ein Hormon ist normalerweise eine feine Sache, solange es wohldosiert im K?rper freigesetzt wird. Eine ?berdosis hat meist schlimme Folgen, wie das bei vielem der Fall ist. So k?nnen pl?tzliche Schlafst?rungen, Depressionen, ein Anstieg des Aggressionspotentials, Herzbeschwerden, Wahrnehmungsst?rungen bis hin zu Wahnvorstellungen, Tremor in unterschiedlichen St?rken, Schwei?ausbr?che und verminderte Reaktionsgeschwindigkeit die Folge sein. Eine Frau, bei der dieses Hormon die Blutbahnen ?berschwemmt, erkennt man am verwirrten Blick, der meist auf einen wahllos entdeckten Gegenstand fixiert ist. Dabei sind die Pupillen geweitet. Sie reagiert nicht mehr auf Zuruf ? in schweren F?llen versagen jegliche Reflexe, die zur Selbsterhaltung dienen. Versuchen Sie mal eine Frau, die so vor dem Schaufenster eines Schuhgesch?ftes steht, vor dem herannahenden Gehwegr?umfahrzeug zu warnen. Sie werden es nicht schaffen, sie auch nur einen Millimeter von der Stelle zu bewegen. Den schlimmsten F?llen kann vor W?hltischen mit der Aufschrift ?Schlussverkauf ? alles nur noch 10 Euro? begegnet werden. Hier beobachtet man vorwiegend einen Anstieg des Aggressionspotentials in Auswirkung gegen ebenfalls betroffene Geschlechtsgenossinnen. Deswegen ist es vor allem in den Wechseljahren - mit denen das Krankheitsbild aufgrund ?hnlicher Symptome leicht zu verwechseln ist - besonders wichtig, dass Sie Ihrer Partnerin jeden Wunsch erf?llen. Ansonsten laufen Sie in Gefahr, ihre Symptome noch zu verdoppeln. ?berhaupt rate ich Ihnen, kein Risiko einzugehen und als unge?bter Laie keine Diagnosen zu stellen. Mildern Sie einfach das Leid, indem Sie in die Taschen greifen und Ihrer Partnerin Arznei in Form sch?ner G?ter zukommen lassen. ?ber Beschwerden bei ?berdosierung wurde hier noch nie berichtet.

Da Sie nun sicherlich rein oberfl?chlich betrachtet keine Veranlassung sehen, dieses Leid auch von einer Fremden abzuwenden, m?chte ich zu bedenken geben, dass Ihre Vorstellungskraft sicher nicht gen?gt, um sich auszumalen, wie sich Ihr Leben ver?ndern wird, wenn Sie uneigenn?tzig Gutes tun. Denken Sie an Ihr Karma und heilen Sie mich. Ich schreibe dann auch wieder sch?ne Geschichten f?r Sie. Versprochen!
19.1.06 11:12


He was a handyman

Handwerkliche F?higkeiten geh?ren zu den m?nnlichen Eigenschaften, obwohl sie nicht unbedingt automatisch angeboren sind. M?nner sind bekanntlich Probleml?ser und ein so einfaches Problem wie eine Schraube, ein Nagel oder eine Leitung im Widerstreit mit einer Wand ist vordergr?ndig betrachtet, im Vergleich zu den zahlreichen anderen Frauensorgen,
einfach zu l?sen. K?nnte man meinen.
Meine Erlebnisse hierzu geh?ren der Vergangenheit an, jedoch nicht ohne einen direkten Bezug zur Gegenwart zu missen. Als ich in meine erste Altbauwohnung in M?nchen zog, stellte sich heraus, dass die Konsistenz der W?nde in reziprokem Verh?ltnis zu den Bem?hungen meines damaligen Freundes stand, daran diverse M?bel zu befestigen. Die erste Herausforderung bestand im Anbringen einer Garderobe. Da mein gesunder Menschenverstand mir sagte, dass sich in der Linie der geplanten Bohrungen Stromleitungen befinden k?nnten, drehte ich, nicht ohne meinem Freund ein geh?ssiges Lachen zu entlocken, vorsorglich die Sicherungen heraus. Er schwang den Bohrer kampflustig in entsprechende Position, bohrte und besah das Ergebnis mit einem zwiesp?ltigen Blick, der B?nde sprach. Darin spiegelten sich die tausend Fragen der Menschheit gleichzeitig mit der Verunsicherung eines Schuljungen, der auf die Frage der Lehrerin keine Antwort parat hat. Dabei war meine Frage noch relativ einfach zu beantworten. ?Warum starrst Du in das Loch? Was siehst Du?? Die Antwort kam z?gerlich. ?Ich sehe Licht.? Jetzt war es an mir, festzustellen, ob er ? seines Zeichens Halbitaliener und dementsprechend katholisch erzogen ? eine Marienerscheinung hatte, sich kurz vor Eintritt in das Nirvana befand oder nur mit wenigen Worten einen klassischen Wanddurchbruch beschrieb. Nach kurzer ?berpr?fung der anderen Seite im angrenzenden Zimmer stellte sich schnell heraus, dass letzteres zutraf. Da das Loch nun schon einmal da war, nutze er es trotzig, um die Schraube f?r die Garderobe darin zu befestigen. Man k?nne hinterher immer noch die Wand von der anderen Seite zuspachteln. Kurz darauf hing das M?bel und ich wurde angewiesen, die Sicherung wieder einzudrehen, was ich auch tat. Das Ergebnis war ein Leuchten sowohl der Lampe, als auch der Garderobe, das sich auch durch Bet?tigung des Lichtschalters nicht abstellen lie?. Die Garderobe wurde entfernt ? sp?ter tauschte ich sie gegen einen St?nder aus ? und das n?chste Problem in Angriff genommen. Eine Lampe sollte an die Decke des gro?en Zimmers. Diesmal drehte mein Freund freiwillig die Sicherungen heraus. Doch auch dieses Mal war das Ergebnis der Probebohrungen viel Sand und ein bedenkliches Nachgeben im Widerstand. Am Ende hatte ich freien Zugang f?r M?use und Spinnen in den Speicher. Ich rief einen zweiten Freund um Hilfe, der das Malheur mittels Schrumpfkabel (was f?r eine geniale Erfindung), Gips und einigen Spachtelstrichen beseitigte. Das Selbstbewusstsein meines Freundes hatte allerdings schweren Schaden genommen. Einige Tage sp?ter erlitt es im Versuch, den Rest an m?nnlicher Ehre wiederherzustellen, weiteren Schaden. Heimlich hatte sich mein Freund eine Lampe f?r seine eigene Wohnung gekauft und wollte diese nun an der daf?r vorgesehenen Decke befestigen, jedoch nicht ohne auch diesmal eine Leitung dabei zu besch?digen. Abgesehen von der Begleitung bei einem meiner regelm??igen Baumarktbesuche, weigerte er sich fortan Ger?tschaften zu ber?hren, die auch nur ann?hernd Heimwerkert?tigkeiten vermuten lie?en.

Doch selbst die reine Beraterfunktion sch?tze ihn nicht vor Versagen in seiner m?nnlich angestammten Rolle. Auf der Suche nach speziellen Schrauben entwickelte sich vor entsprechendem Regal folgender Dialog:

Er: ?Das sind die Richtigen.?
Ich: ?Nee, die sind doch niemals 5cm lang.?
Er: ?Sicher sind die das.?
Ich: ?Da steht aber 3cm drauf.?
Er: ?Das seh ich doch blind, dass das keine 3cm sind, sondern 5.?
Ich: ?Jaja, und das [eine in etwa 10cm Fingerspanne zeigend] sind 20cm.?

Hinter uns lautes Auflachen eines m?nnlichen unfreiwilligen Zuh?rers. Daraufhin waren jegliche Baumarktbesuchsbegleitungen gestrichen. Frauen k?nnen so grausam sein.

15.1.06 09:42


Lass mich Dein Badewasser schlürfen

Seit kurzem bin ich stolzer Besitzer einer Badewanne. Aber da h?ren die Probleme ja nicht auf, da fangen sie erst an! Mein entstandenes Problem ist ein bis dato immer wieder erfolgreich verdr?ngtes und typisches Frauenproblem. Ich lasse das Wasser in die Wanne bis knapp unter dem Rand ein und tauche gen?sslich meinen perfekten Astral durchgefrorenen K?rper in die aufgesch?umten Fluten. Jetzt ist er fast vollst?ndig eingelullt in warme, das Embryonalstadium imitierende Fl?ssigkeit. Fast! Zwei Erhebungen ragen ?ber die Oberfl?che hinaus. Ich dr?cke meinen R?cken an den Wannenboden, verrenke mir s?mtliche Halswirbel, doch da sind immer noch zwei Spitzen, die merklich k?lter werdend erstarren. Diese Kr?mmung der Halswirbels?ule ist alles andere als bequem. Nach kurzer Zeit gebe ich nach und sp?re die Zugluft auf meinen Br?sten. Also wieder eintauchen. Irgendwas im Hals knackt. Die Muskulatur ist angespannt, um diese K?rperhaltung beizubehalten. Keine Spur von Entspannung. Da helfen nicht einmal ayurvedische Bade?le. Ich versuche, gleichm??ig zu atmen, was sich angesichts der Verrenkung ziemlich schwierig gestaltet. Nach einer Weile gebe ich auf. Schlie?lich ist weder Wasser zu atmen, noch kalte Titten bekommen besonders angenehm. Wie macht Pamela Anderson das? Die Frau hat doch bestimmt eine Badewanne. Wahrscheinlich ist das der wahre Grund f?r ihr Silikonremoval. Die konnte ja ?berhaupt nicht mehr tauchen. Die einzige L?sung, die mir auf die Schnelle einf?llt, ist ein Schnorchel. Wie bescheuert ist das denn, mit Schnorchel in der Badewanne? Oder man k?nnte die Wanne mit einem Gef?lle Richtung F??e ausstatten aber wirklich entspannend ist es auch nicht, in der Wanne schr?g zu stehen. Da l?uft man sogar noch in Gefahr, bei jeder Bewegung seekrank zu werden.

Und wieder einmal bin ich der Meinung, dass Standardbadewannen von M?nnern konzipiert wurden, denn die d?rften damit wohl wenig Probleme haben.


[Silvester in der Wanne, das hat was. Wenn auch nicht ganz freiwillig]
1.1.06 00:55


Free Xone

Einwohnermeldeamtsuschi sagt, dass mein Personalausweis ung?ltig ist, weil ich ihm vor zehn Jahren das passende Format f?r meine Geldb?rse mit der Schere verpasst habe. Bis zum heutigen Tag ist das weder Polizei noch einer Einwohnermeldemantsuschikollegin aufgefallen. Einwohnermeldeamtsuschi sagt, dass die alle kulant waren. Und wie ich so meinen Personalausweis vor den fiesen Verbalangriffen der Einwohnermeldeamtsuschi verteidige [schliesslich bin ich auch nicht ung?ltig, nachdem ich beim Friseur war] und einen Blick drauf werfe, sehe ich, dass der im August abgelaufen ist. Einwohnermeldeamtsuschi fragt, ob ich noch ein Dokument habe, z.B. einen Reisepass. Hab ich, verrate ich ihr aber nicht. Ist sehr unterhaltsam, wie die sich pl?tzlich k?nstlich unheimlich aufregt. Langsam frage ich mich, ob deutsche Beamte sich von Vorschriften ern?hren, von Vorschriften tr?umen oder gar zum Zwecke der Entspannung Gesetzestexte lesen, wie andere Romane von Courts-Mahler. Das ist ne echte Marktl?cke: Gesetzestexth?rb?cher und -verfilmungen. Ich mein jetzt nicht Krimis und so, sondern vielleicht szenisches Tanztheater. W?r doch interessant, wie die den Paragrahpen 1 des Personalausweisgesetzes t?nzerisch interpretiert, nicht? Vor allem, wenn ich mir die Einwohnermeldeamtsuschi so ansehe. Das breiteste an ihrem K?rper ist ihr Arsch, auf dem sie 16 Stunden am Tag sitzt. Erinnert mich sehr an die Blumenm?dchen in Parsifal, die ja im Grunde minderj?hrige Jungfrauen sein sollen, in der Oper aber immer von eisprungbefreiten ?bergewichtigen Matronen des Opernchores gesungen werden. Einzig Hans-J?rgen Syberberg hat in seinem Film... aber ich schweife ab.
Die Einwohnermeldeamtsuschi m?chte mich wiedersehen, sagt sie. Und zwar ganz schnell. Kann ich nicht nachvollziehen, so sympathisch war sie mir nun auch wieder nicht. Aber ist ja bald Weihnachten. Vielleicht ist sie sehr einsam. Geh ich halt morgen wieder hin und bring ihr paar Pl?tzchen mit oder was anderes f?r 8 Euro. Soviel soll der neue Personalausweis kosten. Ich zahl einfach in Naturalien. Nicht weil ich denke, dass sie das akzeptieren wird. Ich will einfach nur ihr Gesicht sehen, denn der Blick wird unbezahlbar sein.
22.12.05 04:34


Thriller

Bekennendes Weichei, das ich bin, habe ich gerade den Film auf DVD unterbrechen m?ssen, um zwei Zigaretten zu rauchen und meine Finger zu verpflastern. Flightplan mit einer hervorragenden Jodie Foster in der Rolle einer Mutter, die ihre Tochter an Bord eines Flugzeuges sucht, erinnert mich zun?chst sehr an dieses Ereignis. Keiner hat das Kind gesehen, keiner scheint ihr zu glauben. Schlie?lich zweifelt sogar sie selbst daran, Julia mit an Bord gebracht zu haben, bis... nein, sehen Sie selbst. Lassen Sie sich in den Strudel ziehen und verraten Sie mir das Ende des Filmes, sollte ich es vor lauter Spannung nicht mehr schaffen, ihn zu Ende zu schauen.
25.11.05 23:57


Video kills the radio star

Nachdem meine alte Maus gestern das Zeitliche gesegnet hat und selbst auf Reanimationsversuche in Form von leichten Schl?gen nicht mehr reagierte, war der Abend gelaufen. Die Funkmaus wollte nicht so, wie man das gemeinhin erwartet. Irgendwie zickig, diese neumodischen M?uschen oder einfach der falsche Port an meinem Computer, so einfach l?sst sich das nicht sagen. Es war nur noch ein Ausgang ?brig und da hab ich das USB Teil reingestopft. Wei? der Henker, warum das nicht ging. ?berhaupt vermute ich dahinter eine Verschw?rung der Elektronikindustrie. Tausend Kabel und Stecker, Millionen M?glichkeiten aber nur eine funktioniert. Fr?her hat man einfach einen Stecker in die Dose gesteckt und alles lief. Heute muss man studiert haben, um einfachste Ger?te anzuschlie?en. Ich spreche jetzt nicht von einem Herd, das tut unter Umst?nden sehr sehr weh. Ich meine Stereoanlagen, Telefonanschl?sse und Computerkram. Meinen alten Anrufbeantworter von Neunzehnhundertirgendwas ? in einer Zeit, als noch ein Q hinter der Nummer im Telefonbuch stand ? habe ich angeschlossen, indem ich kurzerhand die Telefonbuchse aufschraubte und zwei, drei Dr?hte verzwirbelte. Damals hat mir keiner gesagt, dass man das nicht darf und es funktionierte einwandfrei. In der n?chsten Wohnung war das nicht mehr m?glich. Seither dient das Teil als Staubablage und wartet, als Requisite f?r?s Fernsehen entdeckt zu werden. Echt, ich hab das Ding mal in einem alten Amerikanischen Spielfilm wiedererkannt, den Filmtitel allerdings vergessen.

Kommen wir zur?ck zum Mausproblem. Heute morgen hab ich kurzerhand eine neue gekauft. Mit Kabel und so einem Ball zum Bewegen, da bin ich altmodisch. Ich f?rchte, bald wird?s die nicht mehr geben. Jetzt sitze ich schon seit Stunden an meinem Schreibtisch und schiebe sie z?rtlich ?ber die Glasplatte. Wie geschmeidig sie sich bewegt, wie elegant der Cursor ?ber den Bildschirm gleitet, wie schnell sie auf jeden noch so leichten Druck der Tasten reagiert. Ein echter haptischer Genuss. Den H?rtetest hat sie allerdings noch nicht bestanden. Morgen probiere ich ihre Reaktion auf Kn?ckebrot. Wenn das funktioniert, dann hab ich einen neuen Fetisch.
21.11.05 23:33


Halleluja

Ich bin der Herr dein Vermieter,
Du sollst keine anderen Vermieter neben mir haben.

Du sollst dir kein Bildnis, noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was im Norden, noch von dem, was unten im S?den Mietpreise angeht, weder im Tiefpaterre, noch im Dachgescho?. Denn ich, der Herr, dein Vermieter, bin ein geldgieriger Vermieter, der die Missetat der Vormieter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied, aber Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden, die mich nicht behelligen und ?berh?hte Mietpreise ohne Murren zahlen.

Du sollst den Namen des Herrn, deines Vermieters, nicht missbrauchen. Denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen und Rufnummer an Dritte weitergibt.

Gedenke des Auszugstages, dass du ihn einh?ltst. Drei Monate sollst du Miete zahlen und all deine Sachen packen. Am dritten Monat ist der ?bergabetermin. Da sollst du mit Sack und Pack drau?en sein. Die W?nde sollen gestrichen sein und kein Staubkorn den Boden verunstalten. Keine M?bel sollen mehr irgendwo stehen, auch nicht in der K?che, auch nicht im Keller, auch nicht im Hausflur, der zur Wohnung f?hrt.

Denn in sechs Jahren hat der Herr Keller und Dachstock saniert und die Wasserrohre und alles, was darinnen ist und ruhte seit diesem Tag. Darum segnete der Herr den Auszugstag und heiligte ihn.

Du sollst deinen Hausmeister und deine Putzfrau ehren, auf dass du lange lebst, in den Wohnr?umen, die dir der Herr, dein Vermieter geben wird.

Du sollst p?nktlich Miete zahlen
Du sollst keine Untermieter haben.
Du sollst nicht verunstalten die Einbauk?che.
Du sollst nicht nach 20.00 Krach machen.
Du sollst nicht begehren deines Vermieters Kaution.
Du sollst nicht begehren deines Nachbarn Autostellplatz, Wohnraum, Einrichtung, Mietzins, noch alles, was dein N?chster hat.

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Mein Vermieter ist nat?rlich sehr nett, ausgesprochen nett, und wir verstanden uns auf Anhieb so gut, dass ich gleich mehrmals bei ihm aufkreuzen musste, um einen Vertrag zu bekommen.
Erst mal war alles soweit telefonisch besprochen. Zum Termin fand ich mich p?nktlich ein, in der Annahme, mit einem unterschriebenen Mietvertrag das Anwesen wieder zu verlassen. Er empfing mich freudestrahlend, erz?hlte mir etwa zwei Stunden ?ber Vormieter, die Nachbarn von gegen?ber, seine Eheprobleme, seine Kinder, seinen letzten Urlaub und seine kleinen Sorgen. Als er elegant auf eine politische Diskussion ?berzuleiten versuchte, dachte ich, dies w?re ein guter Zeitpunkt, nach dem Vertrag zu fragen. Weitere Zeit verstrich, in der ich zwar keinen Vertrag zu sehen, daf?r seine negative Einstellung bez?glich Ausl?ndern und EU zu h?ren bekam [er selbst ist geb?rtiger Ausl?nder und CSU W?hler]. Irgendwann wurde mir klar, dass ich nur durch Vorspiegelung falscher Tatsachen [Termin in den n?chsten 20Minuten] aus der Nummer so schnell als m?glich rausk?me. F?r einen Vertrag solle ich ihn nochmals telefonisch kontaktieren, er w?rde mir die Wohnung zusichern und ich k?nne mir alles in Ruhe ?berlegen.

Das n?chste Treffen sollte an einem Montag um 11.30 stattfinden. Um 11.28 ?ffnete nach mehrmaligem L?uten niemand die T?re, auch nicht um 11.35 und um 11.40. Erst nach einem Anruf auf Mobilfunk wurde ich von besagtem Herrn - gekleidet in Schlafanzug und Hausschuhen ? in die heiligen Hallen gebeten. Vergessen h?tte er mich und das w?re ihm ja so furchtbar peinlich, setzen solle ich mich, ob ich einen Kaffee m?ge, ja er habe sehr viel um die Ohren, erst gestern sei wieder ein Scheck eines Mieters geplatzt, sein Auto st?nde noch im Halteverbot, sein Personal in der Kneipe sei zu teuer, ?berhaupt sei die Arbeitsmoral in Deutschland nicht die beste. Auf meine Frage nach dem Vertrag, meinte er, den h?tte er im B?ro und ob ich heute Nachmittag gegen 15.30 dort hinkommen k?nne. Auf jeden Fall solle ich vorher anrufen, damit er genau wisse, wo er sich um diese Zeit aufhielte.
Um 15.20 antwortete keiner auf meinen Anruf, auch nicht um 15. 30 und um 15.40. So machte ich mich ins Blaue auf den Weg zu seinem Caf?. Eine Angestellte holte ihn aus dem B?ro. Ich solle mich setzen, denn eigentlich h?tte er ?berhaupt keine Zeit und im B?ro sowieso keinen Handy-Empfang. Er m?sse noch schnell zur Bank und... den Rest der Geschichte k?rze ich hier ab. Nur soviel: bereits eine halbe Stunde sp?ter sa? ich im Caf? und schrieb Mietvertr?ge von Hand ab. Nach einer weiteren halben Stunde war ich stolzer Nachmieter einer kleinen Wohnung in Schwabing. Dies alles sind deutliche Hinweise darauf, dass sich der M?nchner Wohnungsmarkt stark entspannt hat.

16.11.05 20:55


Ich weiß nicht, ob es Liebe ist, wenn man beim Pinkeln neben´s Becken pisst.

[Szene vor den Toiletten. Drei Damen stehen vor der linken T?re. Rechts die Herrentoilette. Ich stelle mich hinten an.]
Frau K.: Ist da rechts niemand drin?
Frau1: Nein, aber da sind nur Pissoires.
FK.: Aha. Dann probieren wir das doch mal....
Frau2: Respekt, das k?nnte ich nicht.
[Ich stehe vor einem Pissoire und ?berlege mir, wie ich das hinkriege, ohne mir ?ber die H?nde zu pinkeln. Vpr der T?re Stimmen]
Frau1: Da braucht man eine gute Beckenbodenmuskulatur
Frau2:...
Frau1: Also ich k?nnte das nicht.
Frau2: Ich hab das noch nie probiert.
Frau1: Naja... [unverst?ndlich]
[meine einzige Sorge ist, dass jetzt kein Typ reinkommt, w?hrend ich mir ?ber die H?nde pinkle. Geschafft - ich gehe nach draussen]
Frau2: Und?
Frau K.: Alles klar!
Frau1: Wow...
[ich wasche mir die H?nde und denke, dass das fast ein typisches M?nnergespr?ch war]

13.11.05 03:18


I won´t dance, don´t ask me


[aus der Testreihe "Bilder und Haare"]
12.11.05 12:34


Geh Spatzl schau wiari schau! [obladioblada]

Monaco [zum Publikum gewandt]: ...So wie ich bin. Dabei hat meine Frau ?berhaupt keine Ahnung, wie ich bin. Wissens, sie hat?s mit den sch?nen Dingen, mit da Kultur, mit da Kunst und mit da besseren Gesellschaft. Damit hab ich?s ... ?berhaupt nicht. Weil wissens, da wo ich herkomm, da hat?s weit und breit keine sch?nen Dinge geben. Kultur des war f?r uns, dass einer sauber gwaschen war und des einzige k?nstlerische Ereignis war, wenn da Gartmayer Max im Wirtshaus zum gr?nen Fasan ein nackerdes Bildnis von da Wallbach Erna an die Abortwand geschmiert hat.

Wenn der Fischer Helmut solche Texte abl?sst, dann k?nnt? ich regelm??ig jauchzen und kleine Pippitr?pfchen in die Hose lachen. Das allerbeste aber ist sein Gesichtsausdruck, seine Gestik, Intonation, seine komplette Ausstrahlung als Monaco Franze. Da konnte ich heute im Mediamarkt nicht dran vorbeigehen und hab mir die komplette Serie geholt. Ist ja auch ein St?ck Zeitgeist, M?nchner Kulturgeschichte. ?berhaupt eine der besten deutschen Vorabendserien der Achziger. Und mit Kultur da hab ich?s ja. ?berhaupt mit den sch?nen Dingen...

[Monaco und Manni sitzen auf der Wache. Monaco h?rt Rheingold, in Vorbereitung auf eine Wallk?renauff?hrung mit seiner Frau Annette]
Monaco: Manni I sog das, des werd so grauenvoll wern, sowas von furchtbar, so derma?en unertr?glich, des h?ltst du in deiner k?hnsten Phantasie nicht f?r m?glich.
[nimmt das Libretto, liest mit bayrischen Betonungen]
Weia! Waga! Woge du Welle! Walle zur Wiege! Wagalaweia! Wallala weiala w-w-w-wahnsinn!
Manni: A ja Franze, des deafst doch du ned so w?rtlich nehmen., ah, weil da gibt?s ja a Musik a no dazua, ned. Du muasst da des so vorstein wia bei am Schlager, ned, ah, wia bei was woas i, bei baby baby ballaballa oda ah schubidubidubidubidu. Da fragst du di a ned, wos des im Einzelnen heisst. Oiso!
Monaco: Nix oiso, ned, a Schlager des is in drei Minuten vorbei und Rheingold des gingad ja a no, ned, des san blos guade zworahoib Stunden. Awa Wallk?re des san mindestens vier, wenn nicht f?nf... je nachdem wer?s dirigiert.
Und Manni sog amoi, dass mia vielleicht doch wieder eine Fahndung ansetzen, eine pl?tzliche?
Manni: Des glabds uns doch nimma. Hods uns doch sletzte Moi a ned glabt.
Monaco: Bereitschaft?
[Manni sch?ttelt den Kopf]
Monaco: Alarm? Gro?alarm! Katastrophengro?alarm!!
Manni: Wos?n f?r a Katastrophe?
Monaco: Irgendeine!
Manni: Schmarrn, des dad doch am n?chstn Dog in da Zeidung schdeh.
Monaco: Ja dann... dann hearst mi jetzt des nochamoi ab, damit i wenigstens wei?, wer wer is.
[wirft Manni das Libretto zu]
[...]

Monaco: Wei?t Manni, des schlimmste w?r ja nicht amal die Oper selber, des schlimmste is ja des, was hinterher kommt. Weinstube, vastehst, die ganzen Dampfplauderer, da Sch?nf?rber, da Dokta Braun und die Olga. Die san doch heut scho ganz gl?cklich, dass so an Deppn wie mich dabei ham.
Manni: Etz dua di ned neisteigern Franze, soi da nix schlimmas passiern im Leben.
Monaco: A du hast leicht daherredn. Aaa Rede und Antwort muss ich dann stehn, ned, und ein falsches Wort wenn i sag, da bin i aber sauba blamiert und mein Spatzl auch.
Manni: Dann sogst hoid einfach nix.
Monaco: Na, wenn mi einer direkt fragt?
Manni: Dann sagst deine Meinung.
Monaco: Ja und wenn i keine hab?
Manni: Ja... dann sagst, du stehst noch so unter dem Eindruck dieser Jahrhundertauff?hrung, dass du also mindestens vierzehn Dog, bis drei Wochen braugst, bis du dieses... aufw?hlende Erlebnis irgendwo hirnm??ig verdaut host und erscht dann... ?h... konnst du dir eine genauere Meinung bilden, genau des sogst Franze.
Monaco: Ja und woher wei? i des, ob?s ?berhaupt eine Jahrhundertauff?hrung war oder ein rechter Schei?dreck?
Manni: Ja merkt ma des ned?
Monaco: Haha, wennst was davon verstehst schon, sonst nicht, des sog i da.
Manni: Dann sogst hoid einfach grad raus, was da gfoinn hat und was nicht.
Monaco: ... ja, so wia i mein Gschmack kenn, gfoid ma nacha a grad des foische und dann bin ich erst recht ein Banause, nana Manni, so geht?s nicht. Ich muss irgendwie einen Weg finden, wie ich irgendwas sagen kann, ohne das ma des gleich als eine eigene Meinung ausglegt wird, nicht, was irgendwie interessant klingt aber so dass keiner versteht, verstehst? Dann san n?mlich die andern die Deppn, und das ist das Wichtigste, verstehst? Dass nicht ich am Schluss da Depp bin, sondern die andern.
Manni: ah.... des werd schwer sei, Franze.

Wie man sieht, hat diese Serie eine ganze Generation von Managern und Kommunikationstrainern beeinflusst.

Und jetzt muss ich leider ganz schnell noch die restlichen zehn Folgen gucken gehen

10.11.05 22:36


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